Doktoratsstudien im Vergleich

PhDr. und PhD im Vergleich

Eine Gegenüberstellung beider Doktorgrade: Zulassungsvoraussetzungen, Studieninhalte, Studiendauer und wie der jeweilige akademische Grad geführt werden darf.

Worin liegt der Unterschied?

PhDr. und PhD: zwei Doktorgrade, zwei unterschiedliche Wege

Sowohl ein PhDr. als auch ein PhD können das berufliche und das gesellschaftliche Ansehen steigern. Sie können beruflich zu Aufstiegschancen mit mehr Anerkennung, Verantwortung und höherem Einkommen führen. Dennoch gibt es Unterschiede zwischen den beiden Studienabschlüssen.

PhDr. und PhD sind Doktorgrade, die einer unterschiedlichen Bologna Klassifikation zugeordnet sind und damit unterschiedlich geführt werden dürfen. Das sorgt für Verwirrung, die allerdings nicht davor schützt, dass bei unrechtmäßiger Titelführung hochschulrechtlich vorgegangen werden darf. Im Folgenden stellen wir die beiden Doktorgrade PhDr. und PhD gegenüber.

Der PhDr. ist eine berufsbegleitende Weiterbildung, während sich der PhD als wissenschaftliche Qualifikation versteht.

Zweite Bologna Ebene

PhDr.

Ein PhDr. kann mit einem konsekutiven Masterabschluss (Bachelor und Master) mit 120 ECTS Punkten im Bereich Ökonomie und Management oder einem gleichwertigen Diplom absolviert werden.

Im Rahmen des Studiums wird besonderer Wert auf eine praxisnahe Forschung gelegt. Das PhDr.-Fernstudium kann bereits nach einer Mindeststudienzeit von 12 Monaten abgeschlossen werden und eignet sich ideal als berufsbegleitende Weiterbildung.

Beim PhDr. handelt es sich um ein Rigorosumsverfahren, den sogenannten kleinen Doktorgrad, zugeordnet der zweiten Ebene der Bologna Klassifikation. Die Führung des Grades PhDr. erfolgt vor dem Namen. Dieser akademische Grad ist international anerkannt und führbar. In Österreich ist das Führen und die Eintragung des Titels nach Sec. 88 UG gestattet.

Dritte Bologna Ebene

PhD

Das PhD-Studium ist ein Doktorgrad, der für eine wissenschaftliche Forschungsarbeit vergeben wird. Die wissenschaftliche Qualität der Arbeit ist das ausschließliche Beurteilungskriterium, faktisch müssen im Rahmen des PhD-Studiums neue wissenschaftliche Erkenntnisse eigenständig erschlossen werden.

Dieser Abschluss kann nach dem Diplom oder Master der zweiten Bologna Stufe absolviert werden. Ein PhD-Studium dauert im Regelfall mindestens drei Jahre und wird in den meisten Fällen hauptberuflich absolviert.

Der PhD (philosophiae doctor) ist der eigentliche Doktorgrad und damit international anerkannt, zugeordnet der dritten Ebene der Bologna Klassifikation. In Deutschland kann der PhD-Abschluss als Dr. Titel geführt werden, in Österreich ist ausschließlich die Führung des PhD hinter dem Namen erlaubt.

Abschlüsse im Vergleich

PhDr. vs. PhD auf einen Blick

PhDr.
PhD
Zulassungsvoraussetzungen
Vollwertiger Master (120 ECTS Punkte) im Bereich Ökonomie und Management
vs
Zulassungsvoraussetzungen
Anerkannter akademischer Magister- oder Masterabschluss der zweiten Bologna Ebene im Bereich Ökonomie und Management
Studieninhalte
Wirtschaftlicher Schwerpunkt, praxisnahe Forschung, Rigorosumsarbeit
vs
Studieninhalte
Kurzer theoretischer Teil, wissenschaftliche Publikationen und Konferenzen, Kernfokus wissenschaftliche Forschungsarbeit mit neuen Erkenntnissen
Studienstart
Jederzeit möglich
vs
Studienstart
Anmeldung jederzeit möglich, Studienstart einmal im Jahr
Studiendauer
2 bis 6 Semester
vs
Studiendauer
4 bis 6 Jahre, meist hauptberuflich
Für wen geeignet?
Für Entscheidungsträger, welche Wert auf besonders praxisnahe Forschung legen
vs
Für wen geeignet?
Für Personen, die sich intensiv mit eigenständiger wissenschaftlicher Forschung beschäftigen möchten
Titel / akademischer Grad
PhDr., zugeordnet der zweiten Ebene der Bologna Klassifikation
vs
Titel / akademischer Grad
PhD (philosophiae doctor), zugeordnet der dritten Ebene der Bologna Klassifikation
Hintergrund

Die Bologna Klassifikation: der Unterschied zwischen PhDr. und PhD

Anfang der 2000er Jahre herrschte vielfach Unsicherheit über die Wertigkeit ausländischer Hochschulabschlüsse. Daher wurde die sogenannte Bologna Klassifikation eingeführt, in der die akademischen Abschlüsse dreistufig eingeteilt werden. Diese Einstufung ist entscheidend dafür, wie die verschiedenen akademischen Abschlüsse geführt werden dürfen.

Die folgende Einteilung gilt unter anderem für Österreich und Deutschland, wobei es auch hier Unterschiede gibt. Andere Länder haben möglicherweise den Umstellungsprozess zur Vereinheitlichung der Hochschulabschlüsse durch die Bologna Klassifikation noch nicht abgeschlossen, daher kann es zu Abweichungen kommen.

Der erste akademische Grad entspricht dem Bakkalaureus und dem Bachelor. Ein Abschluss dieser Ebene berechtigt zum Masterstudium.

Die zweite Ebene beinhaltet beispielsweise Master, Magister und Diplom-Ingenieur. Diese Diplom- oder Masterstudien ermöglichen wiederum ein Doktoratsstudium. In diese Klassifikation wird auch der PhDr. eingeordnet, wodurch er in Österreich zur Bewerbung um einen A Posten berechtigt.

Als Dr. dürfen nur Doktorgrade der dritten Ebene geführt werden. Dazu gehört der klassische Doktor oder der PhD. Diese Abschlüsse setzen einen eigenständigen wissenschaftlichen Beitrag voraus.

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